Menschen mit der Erkrankung Demenz

Sehr geehrte Angehörige*,
die Pflege von an Demenz erkrankten Menschen erfordert viel Geduld und Einfühlungsvermögen. Wir möchten Ihnen eine professionelle, entlastende, unterstützende und beratende Begleitung anbieten, damit Ihr Angehöriger eine adäquate Betreuung erfährt, die seine und Ihre Lebensqualität erhöht.

Was ist Demenz – Definition

Demenz (chronischer Verwirrtheitszustand) beschreibt einen organisch bedingten, fortschreitenden Verlust geistiger Fähigkeiten. Der Abbauprozess des Gehirns bedingt eine zunehmende Unfähigkeit des Betroffenen, den Alltag ohne Hilfe zu bewältigen.
Es zeigen sich verschiedene Ausprägungen der Symptome des Krankheitsbildes Demenz:

  • Merkschwäche
  • Antriebsschwäche
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Orientierungsabbau (zur Person, Zeit, Ort und Situation)
  • Wahrnehmungs- und Denkstörungen (Wahnvorstellungen)
  • Verlangsamte oder unpräzise Sprache, Wortfindungsstörung
  • Körperlicher Abbau (z.B. Harn- und/oder Stuhlinkontinenz)

Durch die Gedächtnisstörung vergisst Ihr Angehöriger oft auch lebenswichtige Dinge wie zu essen oder zu trinken, bzw. er isst zu viel. Auch ein Toilettengang oder sogar das Bewegen wird vergessen. Deshalb sollten wir gemeinsam einen Weg finden, um eine optimale Pflege/Betreuung zu gewährleisten.

Biografiearbeit

Voraussetzung für uns als Pflegende ist es, die Lebensgewohnheiten, Neigungen, Fähigkeiten und Wünsche Ihres Angehörigen kennen zu lernen, um ihn in seinen Handlungswünschen verstehen zu können. Als Beispiel möge das morgendliche Anziehen und/oder der Gang zum Einkaufen/zur Arbeit dienen.

Hilfen für Ihre Angehörigen

Um dem kranken Menschen ein positives Lebensgefühl trotz der Defizite zu vermitteln, ist der wertschätzende Umgang von allen an der Pflege beteiligten Personen von hoher Bedeutung. Die vorhandenen Fähigkeiten Ihres Angehörigen sollten erkannt und erhalten bleiben.

Im Anfangsstadium erfordert die Pflege von an Demenz erkrankten Menschen viel Geduld und Einfühlungsvermögen. Wir möchten Ihnen eine professionelle, entlastende, unterstützende und beratende Begleitung anbieten, damit Ihr Angehöriger eine adäquate Betreuung erfährt, die seine und Ihre Lebensqualität erhöht.

Große Uhren und Kalender können der zeitlichen Desorientierung positiv begegnen. Wichtig ist auch ein klar gegliederter Tagesablauf, den Ihr Angehöriger kennt. Fotos von Ihnen, der Blick in den Spiegel oder gewohnte Kleidung können ihm Halt geben.

Spätere Stadien der Demenz sind oft gekennzeichnet durch Unruhe, Traurigkeit, Aggression und Zurückgezogenheit. Personen werden oft nicht wieder erkannt. Geläufige Handlungen (z.B. das Ankleiden) können nicht mehr durchgeführt werden. Sie können durch klar äußerndes Verständnis den erkrankten Menschen beruhigen. Wenn er z.B. auf der Suche nach seinem Schlüssel für die Wohnung ist, sollten Sie verstehen, dass das Ausdruck einer tiefen Verunsicherung ist. Der Mensch sucht nicht einfach seinen Schlüssel, sondern Geborgenheit in der gewohnten Umgebung. Richtiges Handeln könnte sein: „Sie können Ihren Schlüssel nicht finden. Ich kann verstehen, dass Sie das beunruhigt“. Weniger hilfreich wäre: „Sie brauchen Ihren Schlüssel jetzt nicht“. Bildlich ausgedrückt hieße das: „In den Schuhen des Erkrankten gehen“.

*Zur sprachlichen Vereinfachung und damit zur verbesserten Lesbarkeit wird im Text lediglich eine Geschlechtsform verwendet. Das jeweils andere Geschlecht ist ausdrücklich mit gemeint.